do not mention the war

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The End of the World

In Britain, England, Germany, Stereotypes on July 20, 2011 at 10:47

So oder so ähnlich sangen einst R.E.M. und dieser Tage muss es heißen, it’s the end of the News of the World and i feel fine. In der Tat ist es gut, dass dieses Blatt seine Pforten dicht machte, dicht machen musste. Aber wird das reichen, um die Presse– und Medienlandschaft von solchem Journalismus zu befreien? Doch wohl kaum, eher werden die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursachen. Und das ist das traurige an dieser Affäre, die Rupert Murdoch dieser Tage zu überleben hat. Bereits jetzt ist klar, dass die News of the World am Sonntag durch eine Ausgabe der Sun am Sonntag ersetzt werden wird. Es hat sich also nichts geändert. Köpfe sind bereits gerollt und es müssten noch mehr werden, denn die Verstrickungen von Polizei, Politik, Journalisten und Kriminellen werden erst nach und nach sichtbar und damit auch die Ausmaße dieser Affäre, die durchaus zu einer Staatsaffäre für 10 Downing Street werden könnte. David Cameron war oder ist befreundet mit Rebekah Brooks und sein Medienchef bis Anfang dieses Jahres war Andy Coulson. Dieser wiederum hatte einen hohen Posten bei Murdochs Sonntagsblatt inne, in einer Zeit, als dort die Telefonknackerei begann.

Die Frage, die sich stellt, ist, ob ähnliches auch in Deutschland passieren könnte. Es kann. Die deutschen Medien sind zwar sehr unterschiedlich von den britischen, speziell den englischen, doch ist davon auszugehen, dass kriminelle Machenschaften auch dort vorzufinden sind. Man müsste nur Günter Wallraff fragen oder andere Enthüllungsjournalisten. Es steht außerdem außer Frage, dass Bild und Co. sich hinlänglich ihrer publizistischen Macht bedienen, um Politiker zu beeinflussen, oder diese im Amt zu halten. Siehe die zu Guttenbergsche Plagiatsaffäre.

Nun, da News of the World publizistische Geschichte ist, muss man sich auch damit beschäftigen, ob diese Art von Journalismus durch die Leser geprägt wurde oder eher umgekehrt. Es ist also die Frage nach Henne oder Ei, was war zuerst da, Leser oder Lesestoff? Die Leser stimmten mit dem Portemonaie ab, wie sonst lassen sich 2,6 Millionen Leser erklären? Dennoch bleibt abschließend festzuhalten, dass das Ende von news of the World, nicht das Ende der englischen tabloids und ihres Revolverjournalismus darstellen wird. Vielmerh wurde einer Hydra ein Kopf abgeschlagen, der Körper aber wird, wie es scheint, verschont bleiben und bald wird ein neuer K(r)opf heranwachsen.

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