do not mention the war

Eine Frage hätte ich da noch…

In Britain, Germany, History, Identity, Literature, Stereotypes on July 26, 2011 at 12:40

…so sprach Peter Falk, auch bekannt als Inspector Columbo, in über sechzig Episoden wenn er die oder den vermeintliche/n Täter/in einlullte, um sie dann mit einer letzten Frage zu überrumpeln. Dies soll kein Nachruf auf den großen Peter Falk sein, das können andere besser. Vielmehr soll es um den Erfolg englischsprachiger TV Serien im deutschen TV gehen.

Neben Columbo waren das Titel wie Dallas, Denver Clan, A-Team, Knight Rider, Baywatch, Bonanza, Emergency Room und etlichen mehr, die durchaus erfolgreich waren und deren Wiederholungen auf diversen Kanälen laufen, während deutsche TV-Produktionen nur selten, wenn überhaupt in den USA oder im UK gezeigt werden. Woran hapert es also? Sind deutsche Serien einfach nur schlecht? Oder liegt es an der Ignoranz der anderen, dass sie es nicht begreifen, wie gut deutsches Fernsehen sein kann und auch sicher mal war. Die oben genannten Serien sind zudem ausschließlich amerikanische Produktionen, was darauf schließen lässt, dass britische Serien nicht erfolgreich waren. Oder doch? The Professionals liefen (und laufen noch (?) in Wiederholungen) wurden als Die Profis ausgestrahlt und erfreuten sich gewisser Beliebtheit, während Titel wie Auf Wiedersehen Pet eher eine Nische einnahm. Fawlty Towers, John Cleeses Versuch als Hotelier verliert viel in der deutschen Version, ein typischer Fall von lost in translation also. Dabei gibt es gute, zeitgemäße britische TV-Serien, Spooks zum Beispiel. Die Spione Ihrer Majestät haben es mit allerlei Bösewichten zu tun, sei es die russische Mafia, indische Waffenhändler oder Terroristen jeglicher Art. Dennoch laufen solche und ähnliche Serien in Spartenkanälen, bei denen man in mit Werbung zugeballert wird, oder spät nachts, wo die Wahrscheinlichkeit des Verpassens sicher höher ist als zur besten Sendezeit. Was ist also der Unterschied? Zum einen muss festgestellt werden, dass das deutsche Fernsehen seit den Erfolgen des A-Teams oder Dallas und sonstigen Importen, sich weiter entwickelt hat; heute kann man jeden Tag irgendwelche Formate jedweden Inhalts schauen. Das ZDF hat jeden Tag eine SOKO im Programm: es geht am Montag abend los mit der Mutter der SOKOs, der SOKO 5113, darauf folgen dann Köln, Wismar, Stuttgart und freitags dann die SOKO aus Leipzig und aus Wien. Das heisst also, um amerikanische oder britische Serien zu platzieren, müssten die Mainzelmänner eine heimische Produktion streichen. Das wid wohl nicht passieren, also kaufen andere Sender die Lizenzen und lassen Matlock, Hart aber Herzlich, ein Trio mit vier Fäusten in Endlosschleife laufen und nebenbei kassieren sie die Werbeeinnahmen.

Deutsche Serien hingegen wurden, bzw. werden eher nach Osteuropa oder Asien verkauft, sodass Derrick dort eine Größe ist und eine größere Anhängerzahl hat, als in UK, wo die Serie sicher nur eingefleischten Kennern ein Begriff sein dürfte.

Halten wir also fest, amerikanische Serien erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, während britische, oder eher englische Serien in Deutschland eher eine Randerscheinung sind. Auf der anderen Seite gibt es wiederum nur wenige deutsche Serien, die im englischsprachigen Ausland erfolgreich waren beziehungsweise sind.

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